Wie versteht man die Reichweite der Akkus von Elektrofahrrädern?

Einer der Schlüsselfaktoren beim Elektrofahrrad ist die durch den Akku gewährte Reichweite, insbesondere bei Reise- oder MTB-Fahrten, als Garant für uneingeschränkten Fahrspaß. Die Frage der Reichweite ist zwar entscheidend, aber komplex zu behandeln, da sehr viele Faktoren eine Rolle spielen.
Hier finden Sie daher Informationen, die Ihnen helfen, die Funktionsweise Ihres Akkus zu verstehen und zu optimieren.

Alles über Akkus wissen

Neben der Leistung des E-Bike-Akkus selbst spielen das Gewicht des Fahrers, die Witterungsbedingungen, die Art der Strecke sowie der Fahrstil eine Rolle bei der Anzahl der Kilometer, die Sie zurücklegen können.

Um die Frage der Reichweite zu beantworten, ist es auch notwendig, gut zu verstehen, wie ein Akku funktioniert: Was bedeutet die angegebene Leistung? Wie lang ist die Lebensdauer eines Akkus? Wie lässt sich die Reichweite verbessern? Das sind alles Fragen, auf die Probikeshop Antworten zu geben versucht, damit Sie alles über E-Bike-Akkus verstehen.

Kapazität, Amperestunden und Spannung eines E-Bike-Akkus

Bevor wir über Reichweite sprechen, ist es wichtig, den Unterschied zwischen den verschiedenen E-Bike-Akkumodellen zu verstehen.

Unabhängig vom Hersteller ist die wichtigste Information zum Akku seine Kapazität, angegeben in Wattstunden (Wh). Diese kann von 160 Wh bei den kleinsten bis zu mehr als 600 Wh bei den leistungsstärksten Modellen der neuesten Generation reichen.
Die Kapazität ergibt sich aus der Multiplikation zweier Werte: der Spannung (V) einerseits, die die Motorstärke bestimmt und in der Regel zwischen 24 und 36 V liegt, und der Amperestunden (Ah) andererseits, die die Reichweite ausdrücken. Die Amperestunden variieren von 5 Ah bis 18 Ah.

Für die Reichweite sind also die Amperestunden entscheidend, wobei bei den Modellen der wichtigsten Marken dies oft die einzige Anpassungsvariable ist, da die Spannung fast immer 36 V beträgt. Zum Beispiel weist ein Bosch Powertube 400 eine Spannung von 36 V und einen Wert von 11 Ah auf, während ein Powertube 625 bei gleicher Spannung (36 V) 16,7 Ah aufweist. Der Unterschied zwischen diesen beiden Modellen betrifft also ausschließlich die Reichweite.

Laden und Lebensdauer eines E-Bike-Akkus

Für eine maximale Reichweite müssen Sie natürlich sicherstellen, dass der Akku vollständig geladen ist. Dabei gilt: Je höher die Kapazität des Akkus, desto länger ist auch die Ladezeit.
Sie kann bei den leistungsstärksten E-Bike-Akkus bis zu 9 Stunden betragen. Je nach Nutzung ist es daher wichtig, ein ausreichend leistungsstarkes Ladegerät zu wählen, um den Akku zwischen zwei Einsätzen wieder aufladen zu können.

Während E-Bikes überwiegend mit einem Standard-Ladegerät von 2 Ampere (2A) geliefert werden, gibt es Modelle mit 4A oder sogar 6A, die auch die größten Akkus in weniger als vier Stunden vollständig aufladen.

Je nach Hersteller variiert die Lebensdauer zwischen 500 und 1.000 vollständigen Ladezyklen, wobei davon ausgegangen wird, dass der Akku des E-Bikes beim Laden vollständig entladen ist, was in der Praxis selten vorkommt.
Tatsächlich müssen moderne E-Bike-Akkus – anders als früher – nicht mehr vollständig entladen werden, bevor sie wieder aufgeladen werden. Im Gegenteil: Das bedeutet, dass Ihr Akku eine wesentlich höhere Anzahl an Ladevorgängen verträgt.

Es ist natürlich sehr schwierig, eine Akku-Lebensdauer in Kilometern anzugeben, aber er wird auf jeden Fall mehrere Jahre halten (in den meisten Fällen 2 bis 5 Jahre).
Es ist jedoch zu beachten, dass die Reichweite Ihres Akkus mit der Zeit natürlich abnimmt. In diesem Fall empfiehlt es sich, einen zweiten Akku zu kaufen, um diesem Reichweitenverlust entgegenzuwirken.

Die Lebensdauer Ihres Akkus verlängern

Einige einfache Tipps können Ihnen helfen, die Lebensdauer Ihres Akkus zu verlängern:

  • Bei den ersten Nutzungen (3 bis 5 Mal) lassen Sie den Akku vollständig entladen, um sicherzustellen, dass Sie langfristig die maximale Leistung nutzen können.
    Danach lassen Sie ihn im Gegenteil nur selten vollständig entladen.
  • Wenn möglich, laden Sie den Akku nach jeder Ausfahrt (optimaler Ladestand zum Laden des Akkus: 30–70 %) und mindestens einmal alle 6 Monate
  • Lassen Sie ihn nicht draußen in der prallen Sonne oder bei Frost; bewahren Sie ihn trocken bei einer Temperatur zwischen 0 und 20 Grad auf
  • Niemals unter Wasser tauchen oder mit einem starken Wasserstrahl abspritzen; reinigen Sie sie regelmäßig mit einem feuchten Tuch

Wie viele Kilometer kann ich mit einem E-Bike-Akku zurücklegen?

Ihr E-Bike-Akku ist geladen, an Ihrem Fahrrad montiert, Sie sind startklar und fragen sich, wie viele Kilometer Sie zurücklegen können. Die Hersteller geben oft sehr breite Wertebereiche an, da viele Parameter eine Rolle spielen. Die Reichweite kann sich dabei um das Dreifache unterscheiden. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind folgende:

  • Das Gewicht des Fahrers: Die Reichweitenangaben gelten häufig für einen Fahrer mit 70 kg; darüber hinaus kann die Reichweite um bis zu ca. 20 % sinken;
  • Der Fahrstil: Starten Sie mit einer niedrigen Geschwindigkeit und wechseln Sie die Gänge beim Beschleunigen; Treten Sie vorausschauend, indem Sie sanfter bremsen und beschleunigen.
  • Der Motortyp und die gewählte Unterstützungsstufe: Alles ist eine Frage des Gleichgewichts zwischen dem gewünschten Unterstützungsniveau und der zurückzulegenden Strecke. Einige Tipps helfen jedoch dabei, die Reichweite zu optimieren: Verwenden Sie an Steigungen und beim Anfahren immer die stärkste Unterstützungsstufe. Auf ebenen Abschnitten, und besonders bergab, zögern Sie nicht, den Motor abzuschalten, und behalten Sie im Hinterkopf, dass die Unterstützung bei über 25 km/h automatisch abschaltet (45 km/h bei Speedbikes);
  • Die Witterungsbedingungen: Wind (Gegenwind, Rückenwind), Temperatur. Aber mehr als die Außentemperatur beeinflusst die Temperatur des E-Bike-Akkus zu Beginn Ihrer Ausfahrt die Reichweite. Sobald Sie unterwegs sind, erwärmt sich der E-Bike-Akku recht schnell, auch bei Kälte. Indem Sie Ihren Akku konsequent drinnen in einem beheizten Raum aufbewahren, können Sie die Reichweite um mehr als 20 % steigern;
  • Das Gelände: Die Reichweite ist in der Stadt, auf der Straße, auf Waldwegen oder in den Bergen sehr unterschiedlich. Im ersten Fall wirken sich häufige Anfahrvorgänge und ständige Rhythmuswechsel negativ auf den Akku aus. Bei einer Ausfahrt auf der Straße ist die Anstrengung gleichmäßiger; hier bestimmt vor allem die Häufigkeit und Länge der Steigungsabschnitte die Reichweite. Im Gelände könnte man meinen, dass ein unwegsames und technisches Terrain die Reichweite stärker reduziert. Das ist jedoch nicht immer der Fall, insbesondere bei einem erfahrenen Fahrer, denn die körperliche Anstrengung in den anspruchsvollsten Abschnitten kann den Motor entlasten, während man in den leichteren rollenden Abschnitten dazu neigt, sich stärker auf die Unterstützung zu verlassen;
  • Der Fahrradtyp: Ein Stadtrad oder insbesondere ein Fully-MTB sind zwangsläufig energieintensiver als ein leichtes Sportrad, das eine aerodynamische Haltung ermöglicht;
  • Der Reifentyp: Größe und Querschnitt des Reifens, die Höhe und Anordnung der Stollen sind allesamt Merkmale, die die Reichweite beeinflussen. In der Stadt und auf der Straße sollten Sie den Reifendruck regelmäßig überprüfen, denn wenn er zu niedrig ist, erhöht sich der Rollwiderstand; Sie verbrauchen dann unnötig Akkuenergie.
Abhängig von all diesen Parametern kann die Reichweite von 20 bis fast 200 Kilometer betragen.

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